Proxmox 9.1 und Proxmox Datacenter Manager - Was ist neu?

Am 19. November 2025 hat Proxmox Server Solutions die Version 9.1 seiner Virtualization‑Plattform Proxmox Virtual Environment (VE) vorgestellt. Das Release basiert auf Debian 13 „Trixie“ und bringt zahlreiche Verbesserungen für Container, virtuelle Maschinen, Netzwerk‑Sichtbarkeit und Cluster‑Verwaltung. Zusätzlich wurde am 4. Dezember 2025 mit dem Proxmox Datacenter Manager 1.0 erstmals eine stabile zentrale Verwaltungsoberfläche für mehrere Proxmox‑Cluster veröffentlicht.

Mittwoch, 07 Januar 2026  |  PROXMOX  |  CLOUD  |  DATA CENTER  |  VIRTUAL WORKFLOWS

Proxmox 9.1 und Proxmox Datacenter Manager - Was ist neu?

Proxmox VE 9.1: Neue Funktionen, Sicherheit und ein zentraler Datacenter‑Manager

Modernisierte Basis und aktualisierter Virtualisierungs‑Stack

Proxmox VE 9.1 verwendet Debian 13 „Trixie“ als Unterbau und aktualisiert den Virtualisierungs‑Stack deutlich. Die Neuerungen sorgen für bessere Hardware‑Unterstützung, stabilere Speicherverwaltung und eine solide Basis für die nächsten Jahre. Der Linux‑Kernel 6.12 (Debian‑Release) beziehungsweise 6.17 (für die Datacenter‑Manager‑Plattform) bietet aktuelle Treiber und Sicherheits‑Patches.

OCI‑Container direkt aus der Oberfläche anlegen

Die wohl wichtigste Neuerung von Proxmox VE 9.1 ist die Unterstützung von Open Container Initiative (OCI)‑Images für LXC‑Container. Administratoren können nun direkt in der Weboberfläche Images aus öffentlichen Registries herunterladen oder eigene OCI‑Images hochladen und daraus Container erstellen. Dank dieser Funktion lassen sich sowohl klassische System‑Container als auch schlanke Applikations‑Container betreiben – ideal für Microservices und standardisierte Anwendungs‑Deployments. Interne Dienste oder vendor‑spezifische Applikationen lassen sich so ohne zusätzliche Docker‑Schicht auf den gleichen Knoten wie virtuelle Maschinen betreiben.

vTPM‑Status in qcow2 speichern

Proxmox VE 9.1 kann den Zustand des virtuellen Trusted Platform Modules (vTPM) nun in einer qcow2‑Abbilddatei speichern. Zuvor wurde der TPM‑Zustand in separaten RAW‑Volumes abgelegt, was bei Snapshots und Templates zu Inkonsistenzen führte. Durch die Integration in das qcow2‑Format lassen sich vollständige Snapshots, inklusive vTPM‑Daten, auf Dateispeichern wie NFS oder CIFS erstellen. Auch bei LVM‑Volume‑Chains sind nun Offline‑Snapshots mit vTPM möglich, was insbesondere für Windows‑Gäste und andere sicherheitskritische Workloads den Betrieb erleichtert.

Feiner abgestimmte Nested‑Virtualisierung und Trusted Computing

Für Umgebungen mit verschachtelten Hypervisoren führt Proxmox VE 9.1 eine neue virtuelle CPU‑Option ein. Administratoren können damit gezielt die für Nested‑Workloads benötigten Virtualisierungs‑Erweiterungen aktivieren, ohne das gesamte Host‑CPU‑Modell durchzureichen. Das sorgt für konsistente Migrationen in Clustern und reduziert Risiken bei Live‑Verschiebungen. Parallel dazu unterstützt Proxmox erste Implementierungen der Intel‑Technologie Trust Domain Extensions (TDX) sowie AMD SEV/SNP, womit die Plattform fit für vertrauliches Computing wird.

Flüssigere LXC‑Verwaltung und verbesserte SDN‑Transparenz

Neben den großen Neuerungen hat das Proxmox‑Team viele kleinere Verbesserungen umgesetzt. Die LXC‑Startzeiten wurden optimiert, DHCP‑Probleme behoben und die Kompatibilität mit aktuellen Debian/Ubuntu‑Distributionen verbessert. Im GUI werden den Containern zugewiesene IP‑Adressen klarer angezeigt, was die tägliche Administration vereinfacht.

Die Software‑Defined‑Networking‑(SDN-)Funktionen erhalten eine umfangreiche Überarbeitung. In der Weboberfläche können Administratoren nun sehen, welche virtuellen Maschinen oder Container auf welchen Bridges oder virtuellen Netzen hängen, welche MAC‑ und IP‑Adressen EVPN‑Zonen gelernt haben und wie Routen, Nachbarn und Interfaces im Fabric aufgebaut sind. Diese neue Sichtbarkeit erleichtert die Fehlersuche in komplexen Netz‑Topologien und reduziert den Bedarf an Kommandozeilen‑Tools.

Verbesserungen für Clusterbetrieb und Storage

Im Clusterbetrieb lassen sich virtuelle Maschinen nach ihrer Erstellung nun ohne Nebenwirkungen zur Hochverfügbarkeit (HA) hinzufügen, und die Metrik‑Erfassung wurde beschleunigt. Snapshots von Block‑Speichern werden dank vendor‑unabhängiger Snapshot‑Chains sicherer, und RAID‑Z‑Erweiterungen in OpenZFS wurden stabilisiert. Ceph Squid 19.2.x zeigt unter snapshot‑intensiven Lasten eine bessere Performance und bereinigt Pool‑Operationen zuverlässiger. Gemeinsam mit einem verfeinerten Installations‑Wizard und verbesserten Übersetzungen sorgt dies für eine insgesamt rundere Erfahrung.

Die enge Integration mit dem Proxmox Backup Server wurde ausgebaut, und Administratoren profitieren von neuen Monitoring‑Werkzeugen sowie Health‑Checks auf Cluster‑Ebene. Sicherheits‑Defaults und Zugriffskontrollen wurden überarbeitet, und zahlreiche Bugfixes sowie Performance‑Optimierungen runden das Release ab.

Verfügbarkeit, Installation und Support

Proxmox VE 9.1 steht als ISO‑Image zum Download bereit und lässt sich mithilfe eines grafischen Installations‑Assistenten auf Bare‑Metal‑Servern installieren. Anwender, die Proxmox VE bereits einsetzen, können über den Paketmanager apt problemlos upgraden oder das System auf einer bestehenden Debian‑Installation installieren. Wie gewohnt ist die Software unter der freien AGPLv3‑Lizenz veröffentlicht.

Für produktive Umgebungen bietet Proxmox kostenpflichtige Support‑Abonnements an. Die Preise beginnen bei 115 Euro pro Jahr und CPU und beinhalten Zugang zum stabilen Enterprise‑Repository sowie professionellen Support.

Proxmox Datacenter Manager 1.0: Zentrale Verwaltung für mehrere Cluster

Parallel zum VE‑Update hat Proxmox den Datacenter Manager 1.0 vorgestellt. Die neue Plattform bietet eine zentrale Oberfläche zum Verwalten mehrerer Proxmox‑VE‑Cluster und Proxmox Backup Server. Sie ermöglicht einen aggregierten Blick auf alle verbundenen Knoten und Cluster und richtet sich an verteilte Infrastrukturen vom lokalen Rechenzentrum bis hin zu globalen Deployments.

Zu den Kernfunktionen gehört die Live‑Migration von VMs über Cluster‑Grenzen hinweg, ohne dass Netzwerk‑Konfigurationen angepasst werden müssen. Darüber hinaus können Administratoren virtuelle Maschinen, Container und Speicher direkt aus der zentralen Oberfläche anlegen oder konfigurieren. Daten lassen sich nach Ressourcentyp (Host, VM, Container), Betriebszustand (gestoppt, laufend usw.) und benutzerdefinierten Tags filtern. Eine leistungsfähige Suchfunktion erlaubt Abfragen ähnlich der Elasticsearch‑Syntax.

Version 1.0 des Datacenter Managers zentralisiert Benutzer‑Rechteverwaltung und protokolliert Aufgaben in einem durchsuchbaren Log, was Audits erleichtert und Compliance‑Anforderungen erfüllt. Alle Daten werden lokal zwischengespeichert, sodass auch bei Verbindungsproblemen ein aktueller Zustand sichtbar bleibt.

Die Plattform ist komplett in der Programmiersprache Rust implementiert und basiert auf Debian Trixie 13.2 mit Linux‑Kernel 6.17 und OpenZFS 2.3.4. Sie unterstützt Authentifizierung via LDAP, Active Directory und OpenID Connect und erlaubt benutzerdefinierte Ansichten mit umfangreichen Filtermöglichkeiten. Für Proxmox‑Kunden mit Basic‑Support oder höher ist der Datacenter Manager Bestandteil des Support‑Abonnements.

Tim Marx, Chief Operating Officer bei Proxmox, betonte, dass moderne Infrastrukturen anpassungsfähig sein müssen. Mit dem Datacenter Manager solle den Kunden ein Baustein an die Hand gegeben werden, der sie auf ihrer Reise begleitet und ihnen zu jedem Zeitpunkt die passende Lösung bietet.

Der Datacenter Manager steht unter der AGPLv3‑Lizenz und kann kostenlos heruntergeladen werden.

Fazit

Mit Proxmox VE 9.1 wird eine durchdachte Weiterentwicklung des Virtualisierungssystems geliefert. Die Unterstützung von OCI‑Containern, vTPM‑Snapshots und die verbesserte SDN‑Transparenz adressieren aktuelle Anforderungen an flexible, sichere IT‑Infrastrukturen. Gleichzeitig stabilisieren zahlreiche Detailverbesserungen den Cluster‑Betrieb und die Storage‑Schicht. Der begleitende Datacenter Manager 1.0 schafft eine lang erwartete „Single‑Pane‑of‑Glass“ für heterogene Proxmox‑Umgebungen und macht der Konkurrenz aus VMware & Co. Druck. Unternehmen, die ihre Infrastruktur modernisieren möchten, finden mit der neuen Proxmox‑Generation eine attraktive Alternative, die offen, leistungsfähig und vergleichsweise kostengünstig ist. Gerne helfen Wir Ihnen bei einer Migration zu Proxmox und unterstützen Sie bei jeglichen Vorhaben.

 

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